Wie die Entscheidung gefallen ist, auf Reisen zu gehen…

Alles aufgeben, so würden es vermutlich viele bezeichnen. Den festen Job, die Krankenversicherung, eigene vier Wände, ein soziales Umfeld, ein bekanntes Umfeld. So sozialisiert, wie wir aufgewachsen sind, macht das erstmal Angst. Was aber, wenn all das auf einmal gar nicht mehr so wichtig ist? Was, wenn der Wunsch nach Freiheit, Unabhängigkeit, Abenteuerlust und Welt entdecken auf einmal viel größer ist als alles andere?


Dann gerät vieles erstmal aus dem Gleichgewicht. Diesen Wandel muss man erstmal verstehen, begreifen und schlussendlich akzeptieren. Annehmen. Und offen sein, vielleicht auch mal ins Ungewisse zu laufen.


Wie ist denn nun bei mir eigentlich diese Entscheidung gefallen? Gab es einen bestimmten Auslöser? Einen Grund? Oder war es eine spontane Entscheidung?


Spannende Frage! Über die Antwort musste ich eine Weile nachdenken.


Eins war einfach! Den Zeitpunkt, an dem die Entscheidung gefallen ist, kann ich genau nennen: Das war so ziemlich genau ein Jahr vor Reisestart, mitten in unserer hektischen Sommersaison Ende Juli 2019, als ich mit einer Kehlkopfentzündung flach lag und 3 Tage Sprechverbot hatte. Habt ihr euch schon mal mit einem Schweige-Retreat auseinander gesetzt? Nun, ich hatte es nicht - aber in diesen 3 Tagen ist so unglaublich viel in mir passiert, dass es jetzt definitiv auf meiner Bucketlist steht!


Joa, und irgendwo in diesen 3 Tagen Schweigen ist die Entscheidung gefallen: Ich werde meinen Job kündigen und losziehen. Ein bisschen aus dem Nichts. Man könnte ja denken, zumindest den Gedanken habe ich vorher schon mit mir rumgeschleppt. Nö, überhaupt nicht. Aber hier war er nun. Und mit ihm kam gleich die Entscheidung. Hier ist es nun Zeit, die Zelte abzubrechen. Es ist Zeit, weiterzuziehen.


Nicht gleich, in 10-11 Monaten, mit genug Zeit zur Vorbereitung und geistigem drauf einstellen. Das brauche ich - wie ich in der Vergangenheit häufiger habe schmerzhaft lernen müssen. Heute weiß ich es besser. Passe besser auf mich auf und erlaube mir die Zeit zu nehmen, die nötig ist.


Meinen Job in Eastbourne bei den Sprachreisen? Ja, der hat mir eine Menge Spaß gemacht. Ich habe ihn geliebt und gelebt. Habe während der Sommer mein eigenen Leben auf hold gestellt - es verschmelzen lassen mit dem Job und ich nehme viele viele Erinnerungen und auch Erfahrungen mit. Allerdings hat im Büro nach 2,5 Jahren die Challenge gefehlt. Die Herausforderung. Etwas Neues. Voll gefangen in einer Routine war ich und dann fängt mein Kopf gerne an sich zu langweilen. Uncool! Richtig uncool! Aber gut, ich hatte sowieso von Anfang an gesagt, 2-3 Jahre bleibe ich hier, vielleicht auch 4. Fast 3 sind es nun geworden und ich schaue gerne darauf zurück!


Warum aber Reisen gehen? Woher kommt dieser Wunsch? Ich könnte mir ja auch einen neuen Job suchen oder wieder studieren gehen, so wie ich es vor England vorhatte.


Nun, daran ist Instagram nicht ganz unschuldig. Das ist sogar stark untertrieben. Über die letzten Jahre schon verfolge ich dort einige Reisende, Überwiegend Familien bisher. Seit neustem sind auch Reisepaare und vor allem Solotraveler dazugekommen. Diesen Spirit, diesen Lebensstil und diese Freiheit außerhalb des Systems fand ich von Jahr zu Jahr faszinierender, dachte aber nie, dass ich jemals den Mut dazu hätte. Schon gar nicht allein.


Aber...stop thinking and stop making plans!

Das Leben wusste es mal wieder besser. Letzten Sommer haben Kopf, Herz und Bauch entschieden und seit 21 Tagen bin ich nun unterwegs. Ein neuer Abschnitt hat begonnen und ich bin so unglaublich neugierig, womit das Leben ihn füllen wird!




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